Elfter Eintrag

Samstag ging es für uns nach Chiatura, eine alte Bergbaustadt, die nach der Schließung der meisten Bergwerke, ende des zwanzigsten Jahrhunderts, die Hälfte ihrer Einwohner verlor. Schlendernd erkundeten wir diese. Da Chiatura in einem steilen Tal liegt, waren früher Seilbahnen die wichtigsten Verkehrsmittel. Zur Zeit werden die meisten modernisiert, zwei sehr alte sind jedoch noch in Betrieb. Natürlich konnten wir es nicht lassen mit diesen zu fahren, um uns die halbe Geisterstadt auch einmal aus der Luft anzusehen.

Am nächsten Tag schwangen wir uns dann nach längerer Zeit wieder auf die Fahrräder. Unser nächstes Ziel sollte Batumi sein.

Das Wetter wurde immer schlechter, was unsere nächste Unterkunft, in einem kleinen geschlossen Laden, umso schöner machte. Dieser Schlafplatz wurde uns angeboten, als wir verloren durch die Dämmung irrten und nach einem Platz zum Zelten fragten. Unser freundlicher Gastherr bewirtete uns mit einem leckeren Pfirsichkompott. Später kam er, zusammen mit seinem Bruder noch einmal vorbei und lud uns auf eine Hasenjagd ein. Laurin war sofort dabei. Zwei Stunden ging es, bewaffnet mit zwei Jagdflinten und starken Taschenlampen durch die umliegenden Wälder, Hasen liefen uns an diesem Abend jedoch keine über den Weg. Dennoch gab es im Anschluss noch etwas Georgischen Wein.

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Der nächste Morgen brachte keine Besserung, es regnete Bindfäden. Da wir trotzdem weiter fuhren, wurden wir von oben bis unten nass. Regen und Kälte ließen uns am Abend in eine Ruine flüchten, die Decke war jedoch alles andere als dicht, und der gesamte Boden bedeckt von großen Schutthaufen. Ein Glück hielt der Balkon noch Wasser ab und so machten wir es uns darunter gemütlich.

Als das Wetter auch am nächsten Morgen keine Besserung erahnen ließ und Falks vorderer Mantel den Geist auf gab (er war völlig verschließen und machte ein weiterfahren undenkbar), kauften wir schon in einer Stadt am Schwarzen Meer kurz vor Batumi, Zugtickets nach Tiflis.

Noch am selben Abend kamen wir in Tiflis an. Das Wetter war hier glücklicherweise viel besser, aber es war zu spät noch eine gute und günstige Unterkunft zu finden. So machten wir uns auf die Suche nach einem ruhigen Plätzchen in der Stadt auf welchem wir die Nacht verbringen konnten. Es gestaltete sich als sehr schwierig. So mussten wir auf einem kleinen, beleuchteten Fußballfeld schlafen. Geweckt wurden wir am nächsten Morgen von mehreren älteren, besorgten Frauen mit einem etwas sehr süßem Kaffee.

Am nächsten Tag ließ sich dann ein günstiges Hostel finden und wir können uns seit dem gemütlich die Stadt anschauen. Tiflis ist groß und hat viel zu bieten, so waren wir heute etwa in dem Botanischen Garten und in einem der bekannten Thermalbäder.

Wo wir nun beim nächsten Tema wären, denn am frühen Sonntag Morgen fliegen wir zurück nach Deutschland. Dies mag überstürzt wirken, doch das Wetter, Krankheit und terminliche Gründe lassen uns leider kaum eine andere Wahl.

Also heißt es bald Bye Bye Georgien und Hallo Deutschland. Eine tolle Reise braucht einen tolles Ende und das waren die letzten Tage in Tiflis definitiv.

Dies ist noch NICHT der  letzte Blogeintrag.

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Ein Gedanke zu „Elfter Eintrag“

  1. Hallo Laurin und Freunde,

    dank eures Blog konnte ich euch auf eurer Reise ein wenig „auf den Fersen“ bleiben. Danke für eure ausführlichen und anschaulichen Berichte und die Fotos. Ich beneide euch um eure Abenteuer.
    Gute Heimkehr und liebe Grüße,

    Michael (Laurins Patenonkel)

    Gefällt 1 Person

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