Achter Eintrag

Am zweiten Tag in Istanbul machten wir uns auf, um die Zugtickets nach Samson zu kaufen. Es war nicht einfach sich mit dem Bahnangestellten zu unterhalten, denn er sprach nur Türkisch. Noch komplizierter wurde es, als sich herausstellte, dass kein Zug nach Samson fuhr, es gibt entlang des schwarzen Meeres keine Zugstrecke.

Dennoch gab es eine andere Linie, die uns der georgischen Grenze sehr nah bringen sollte. Unser neues Ziel wurde Kars, eine türkische Bergstadt. Die Strecke Istanbul – Kars würden wir mit zwei Zügen bewältigen müssen (Umstieg in Ankara). Schwierigkeit Nummer zwei ließ nicht lange auf sich warten, der Schnellzug von Istanbul nach Ankara nimmt keine Fahrräder mit. Also verwies uns der nette Herr an den Busbahnhof.

Am nächsten Tag hielten wir tatsächlich drei Busfahrscheine nach Ankara in den Händen. Ca. 24 Stunden später standen wir auch schon mit voll beladenen Fahrrädern vor unserem Bus, der Fahrer schaute nicht glücklich, es war ihm anzusehen, dass er sich ansichtlich des großen Haufen Gepäcks innerlich die Haare raufte. Doch nach dem wir 100 Lira zusätzlich gezahlt hatten, war das Problem nur noch halb so groß und alles konnte verstaut werden. Die Fahrt war, bis auf die Landschaft, nicht sonderlich aufregend und nach etwa sieben Stunden Fahrzeit hatten wir Ankara erreicht. 

Die Zugtickets nach Kars kauften wir noch am selben Abend. Unser Schlafplatz in der türkischen Hauptstadt war eine Sackgasse, wir schliefen in dieser Nacht auf der Straße.

Nach dem wir den Tag über Ankara besichtigt hatten (eine ziemlich unspektakuläre Stadt) holte uns am Abend ein Bus vom Bahnhof ab, der uns etwa 70km bis zum Zug fuhr. Das Schlafabteil war gemütlich und geräumig, wir teilten es uns mit Adam, unseren freundlichen Kabinengesellen. Zunächst war unklar wo wir unsere Räder verstauen sollten, doch schließlich öffnete einer des Personals uns den Gepäckwagen. Eine Zugreise ist etwas sehr angenehmes, wir schliefen gut und wurden am nächsten Morgen mit einer atemberaubenden Aussicht beschenkt. An beiden Seiten des Zuges ragten Berge in die Höhe und verfolgten den Euphrat in Richtung seiner Quelle. Den Mittag verbrachten wir im Speisewagon, tranken Tee und genossen die Landschaft in vollen Zügen. Die Fahrt dauerte einen ganzen Tag und dies für, umgerechnet, gerade einmal 13€ pro Person. Wir können diese Tour nur wärmstens empfehlen, der Blick ist genial, dass Personal äußerst freundlich, die Ambiente gemütlich und dies für kleines Geld.

Nun schlagen wir uns weiter mit dem  Fahrradt durch bewachsene, bergige Landschaft, des kleinen Kaukasus, welche uns immer wieder aufs neue verzaubert. 

Wenn alles glatt geht sind wir heute oder morgen schon in Georgien.

An dieser Stelle wollen wir uns sehr über die Kommentare auf unseren Blog bedanken und würden uns sehr über weitere Freuen.

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Ein Gedanke zu „Achter Eintrag“

  1. Der Zug sieht wirklich sehr gemütlich aus! Und auch wenn es „nur“ ein Schlafabteil war, ist es sicher eine willkommene Abwechslung zur Isomatte gewesen.
    Ich freu mich immer wieder etwas von euch zu hören, umso mehr wenn im Großen und Ganzen alles super zu laufen scheint!
    Ihr seid ja dann vorläufig im Zielland angekommen, Glückwunsch dazu übrigens!… hättet ihr vielleicht Lust zu jedem Land, das ihr durchfahren habt kurz zusammenzufassen, was euch besonders gefallen/beeindruckt hat?
    PS: Philip, die Farbe im Gesicht steht dir gut!

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