Sechster Eintrag

In den letzten Tage an der Donau wurden wir nocheinmal mit tollen Landschaften und Schlafplätzen belohnt. 

Nach etwa 1700 km die wir dem Donauradweg gefolgt waren verließen wir ihn am Sonntag den 24.9. in richtung des Schwarzenmeeres.

Mit jedem Tag, den wir uns dem Schwarzenmeer näherten, verschlechterte sich das Wetter. Wind und Regen erschwerten uns die Fahrt. 
Doch trotz der wiedrigen Umstände lag Varna am Mittwoch schon in greifbarer Nähe.

Wir nächtigten vor der Stadt und am nächsten Morgen statteten wir dem Hafen einen Besuch ab, um uns zu erkundigen wo und wann die begehrte Fähre nach Georgien abfahren würde.
Die Freude, dem Ziel so nah zu sein, wurde jäh zerstört, als wir erfuhren, dass diesen und nächsten Monat keine Passagierfähre mehr übersetzt. Ernüchterung nach dem harten Kampf der letzten Tage. 

Jedoch war es unsinnig Trübsal zu blasen, nein, ein neuer Plan musste her. Um genau zu sein war diese neue Route von jeher der Plan B gewesen, falls etwas mit der Fähre nicht klappen sollte. Der neue Weg verläuft über die Türkei.

Es sind etwa 300 km von Varna bis nach Istanbul, dort haben wir vor, zwei-drei Tage die Stadt zu besichtigen. Um nicht zu spät im Jahr in Georgien anzukommen, werden wir vom Istanbul nach Samson einen Zug nehmen und von dort die letzten 400 km bis zur georgischen Grenze. Bedeutet, wir haben in ca. zwei Wochen unser Ziel erreicht.

Das Wetter scheint sich zu bessern, auch wenn der Wind noch mannshohe Wellen aufwirft. Wir sitzen am Strand und beobachten das stürmische Meer, ein erhabener Anblick.

Mit Vorfreude geht es nun bald in ein völlig anderes Land.

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Fünfter Eintrag

„Alles Gute zum Geburtstag Falki!“

Unser Falk ist wieder ein Jahr älter geworden, und wie könnte man das besser feiern als mit einem Tag der Erholung.

Doch lassen wir zunächst die letzte Woche Revue passieren. Die letzten Tage in Serbien wurden wir von der herrlichen Landschaft überwältigt, die uns immer wieder dazu bewegte eine kleine Pause einzulegen. Auch gab es auf dieser Strecke ein Wiedersehen mit dem freundlichen Radfahrer von der Fähre. Gemeinsam kämpften wir uns durch etliche Tunnel und einige Berge hinauf.

Am Sonntag, den 17.9., nahmen wir Abschied von Serbien und es ging über eine Staumauer nach Rumänien. 

Die ersten Eindrücke, das Land schien noch ärmer als Serbien zu sein, das Müllproblem hatte sich um keinen Deut verbessert und die Masse der wilden Hunde war ebenfalls gleich geblieben. Kaum eine Stunde in Rumänien klopfte auch schon der Hunger an, ohnehin bedurften unsere Vorräte einer Auffüllung. Mit getätiktem Einkauf, und gerade unser Mittagsmahl verspeisend, saßen wir vor dem Laden, als ein Mann der Security von uns Notiz nahm und uns ansprach. Leider sprach er nur Rumänisch, wir versuchten uns dennoch zu verständigen. Der Mann war sehr um unser Wohl und die Fahrräder besorgt, er bot uns an hinter dem Discounter zu kampieren, dort wo er alles über seine Kameras im Blick hatte. Nach dem uns der Platz präsentiert wurde, mussten wir dankend ablehnen, denn es war eine gepflasterte Fläche (unmöglich um das Zelt auf zu bauen). Wir tauschten noch Nummern, falls wir in Not geraten sollten, und setzen dann unseren Weg fort.

Den Schlafplatz mussten wir uns hart erkämpfen, denn eine sandige Steilpisste im Dunkeln zu erklimmen ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Doch die nächste böse Überraschung wartete schon, ein heftiges Gewitter zog auf der anderen Flussseite auf und würde gewiss auch uns erreichen. Sofort wollten wir das Zelt aufstellen, wurden jedoch von einem starken Wind gehindert. Die böhen ließen nach, wir verankerteten das Zelt gut begaben uns hinein (das Ende vom Lied, der Wind kam nicht wieder, der Regen warf nur ein paar Tropfen über uns ab und das Gewitter blieb auf der Serbischen Flussseite).

Am nächsten Morgen bemerkte wir, dass es uns mittlerweile in eine andere Zeitzohne verschlagen hatte (1h+). Auf der Weiterfahrt kamen wir durch viele kleine Dörfer und an einer Menge freundlich grüßender Dorfbewohner vorbei. 

Am Abend des selbigen Tages war unser ursprünglich Plan an der Donau zu übernachten, doch wir wurden von mindestens 5 Polizisten an der Durchfahrt gehindert. Verwundert darüber machten wir kehrt und schlugen einige hundert Meter später unser Lager auf. 

Der neue Tag bergrüßte uns mit Sonnenschein und einen vermeintlich Schuss, der zweifelsohne uns gegolten hatte, denn er schlug direkt im Lager ein. Erleichterung machte sich breit, als wir die wahre Ursache erkannten (es ist dem Leser selbst überlassen, was uns tatsächlich aufschrecken ließ).

Nächster Stopp, Rumänisch-Bulgarische Grenze, schon aus der Ferne war die Schlange aus LKWs zusehen, wir konnten gemächlich an ihr vorbei radeln. 

Am Grenzübergang wurden wir kurz durch ein „geklautes Auto“ aufgehalten.

Erster Eindruck Bulgarien: die Müllberge am Straßenrand sind deutlich weniger geworden. In der nächsten Stadt suchten wir den Basar auf und deckten uns mit Essen, Fahrradzubehör und Waffen ein. Danach fuhren wir noch einige Kilometer, bis zu einem netten Plätzchen an der Donau.
Der nächste Morgen wurde etwas länger als sonst, Falk versuchte mit einer improvisierten Angel etwas zu fangen (leider waren es am Ende nur zwei sehr kleine Fische), wir badeten und lasen.

 Am Mittag rafften wir uns auf und fuhren eine längere Strecke durch. Der frühe Abend brach an und wir genehmigten uns, unter einem Balkon, geschützt vor dem plötzlichen Regen, 1 kg Baklava und eins ist seit dem sicher, auch Zuckerschlecken kann zur Qual werden. 

Abends fanden wir, auf einem Acker, Platz für das Zelt und Zuflucht vor dem erneuten Regen. Gemütlich kochten wir unser Essen und waren froh endlich etwas herzhaftes zu essen. Kaum das wir aufgegessen hatten ertönte eine Sirene, sicher das der Alarm uns gegolten hatte warteten wir ab. Lichter kamen näher und wir verließen das Zelt Ein Auto hielt und fünf Männer mit Taschenlampen stiegen aus. Nach dem die Polizisten sich ausgewiesen hatten, wiesen sie uns an unsere Pässe zu zeigen und fragten ob wir vorhätten auf dem Feld zu bleiben. Die Polizisten schienen erleichtert, sagten es gäbe hier sehr viele „Gipsies“ in der Gegend und man müsse deshalb vorsichtig sein. Im gehen warnten sie uns noch einmal besonders auf die Fahrräder aufzupassen und verabschiedeten sich freundlich.

Der Wind war uns am nächsten Morgen hold und bließ uns mächtig in den Rücken, dies war ein netter Ausgleich zur Berglandschaft. Der Tag würde im diesem Beitrag nicht viel hermachen, deshalb wird er dreist gekürzt. Am Abend schlugen wir unser Lager in wunderbarer Lage zur Donau auf, der Wind bließ immer noch kräftig. Das sausen der Luft, das Knistern der Zweige und die rauschenden Wellen sangen uns in den Schlaf.

Dann war auch schon Falks Geburtstag, wir entspannten uns den ganzen Tag, soweit es der Wind und der wiederkehrende Regen möglich machten. 

Dieser Ort wird uns wohl auch noch eine zweite Nacht ertragen müssen. Heute Abend wird es Lasagne geben, extra dafür haben wir einen genialen Ofen gebaut.


Wir genießen weiterhin unsere Zeit und ihr hoffentlich auch. 

Bis bald

Vierter Eintrag

Seit Montag (11.09.2017) Mittag sind wir nun in Serbien und der heutige Eintrag wird sich um unsere Erfahrungen dort drehen .

Das Land ist nicht in der EU, weshalb wir bei dem Grenzübertritt auch unsere Pässe vorzeigen mussten. Die Währung hier heißt Dina, 120 Dina sind ein Euro.

Der Tag an dem wir in Serbien ankamen, war äußerst warm, ein kühles Bad in der Donau war daher die perfekte Erfrischung. Da der Fluss mittlerweile kein Grenzfluss mehr war, konnte es hier auch keine Probleme geben. 

Dann ging es weiter nach Novi Sad, unsere erste serbische Großstadt. Sie hinterließ einen bleibenden Eindruck, mit ihren Gebäuden und der Armut, die in Serbien spürbarer als in jedem vorherigen Land war. Die Weiterfahrt wurde durch einen Plötzlichen Regenschauer erschwert, der langsam zu einem starken Dauerregen motierte. Wir bauten das Zelt in strömender Nässe auf und kochten unser Abendbrot im Vorzelt.

Der nächste Tag wollte nicht so wirklich in Fahrt kommen, die Sachen mussten noch trocknen und es gab einen platten Hinterreifen. Dieser Reifen bremste uns einige Stunden später abermals aus und auch am frühen Abend wurden wir mit einem luftlosen Vorderreifen, am selben Fahrrad gesegnet. 

Der notgedrungene Schlafplatz, den wir uns deshalb suchen mussten, erwies sich als sehr schön. An diesem Abend entzündeten wir das zweite Feuer der Fahrt.

Auf nach Belgrad! Hieß es am nächsten Morgen.

Doch es gestaltete sich als schwierig ohne Internet einen Zeltplatz oder ein Hostel zu finden. Letzten Endes fanden wir dann jedoch ein Hostel mit perfekter Lage, direkt in der Innenstadt. Der Besitzer war ein freundlicher Serbe, der die Deutsche Sprache gut beherrschte.

Belgrad ist eine schöne und entspannte Stadt, das Essen ist lecker und günstig dazu kommen noch die vielen freundlichen Menschen, denen man überall begegnet.

Am Abend wollten wir noch etwas Trinken und eine Kleinigkeit essen gehen, in einem Restaurant trafen wir Hasan, einen Palästinenser, der schon seit sechs Jahren in Belgrad lebt. Er bot uns eine kleine Stadtführung an, wir freuten uns sehr darüber. So zogen wir mit Hasan durch Belgrad, er zeigte uns einiges und erzählte uns Vieles. Es war ein wunderschöner Abend. 

Die Hostelnacht war angenehm. Bevor wir uns wieder auf unsere Räder schwangen lauschten wir gespannt der Lebensgeschichte des Hostelbesitzers. Danach war es daran einen Ausweg aus Belgrad zu finden, was wegen der schlechten Beschilderung, genauer gesagt wegen einem verdrehten, einige Zeit in Anspruch nahm.

Kaum hatten wir Belgrade verlassen wurden wir durch einen Panne aufgehalten, eines der Räder hat ein Platten, durch Dornen auf dem Fahrradweg waren ganze neun Löcher im Schlauch. 

Nach dieser Pause und 20 km später genehmigen wir uns etwas beim Bäcker. Die Preise waren unschlagbar, wir bekamen für umgerechnet nicht einmal 4 € Backwaren die in Deutschland über 10 € gekostet hätten, zudem schmeckte es auch noch besser als in unserer Heimat. Wir fuhren noch weiter bis es dunkel war und suchten dann einen Schlafplatz. 

Heute ging es weiter bis zum Silbersee, an dem wir gerade eine Pause machen. 

Auf dem Weg dorthin trafen wir einen netten, deutschen Radfahrer, mit dem wir gemeinsam, auf der Fähre, die Donau überqueren. 

Rückblickend können wir über Serbien sagen, dass die Menschen hier sehr freundlich und gesprächig sind, für kleines Geld kann man eine Menge gutes Essen bekommen. Die vielen wilden Hunde, denen wir am laufenden Band begegneten (an diese werden wir uns ab jetzt jedoch vermutlich gewöhnen müssen), waren ein weniger schöne Erfahrung

 

und auch die protzigen Hotels inmitten von heruntergekommenen Plattenbauten waren ein falsches Bild.

Nun geht es weiter zum Eisernen Tor und danach weiter nach Rumänien. Ab jetzt wird es wieder bergiger und wir sind gespannt wie sich die Landschaft noch verändert.

Dritter Eintrag

Nach dem Abschied vor drei Wochen und 1700km sind wir nun in Kroatien und bisher ist schon so einiges geschehen.
Unser Startpunkt war in Quedlinburg im Harz. Die erste Panne folgte bereits nach 10 Minuten, sie zu beheben dauerte in etwa doppelt so lange. 

Doch wir gaben nicht auf und schwangen uns wieder auf die Räder. Am selben Tag tauchte plötzlich neben uns ein klarer, hellblauer See auf, welcher nur danach rief in ihm zu baden.


Ab Dessau fuhren wir dann die Elbe hinauf. Der letzte Tag in Deutschland war bisher der schlimmste, uns allen ging es nicht gut und wir verbrachten eine Horror Nacht auf einem Feld neben einem stark befahrenen Gleis.

In Tschechien ging es wieder etwas bergauf, mit uns und der Strecke. 

Das erste Mal essengehen, auf der Reise, begeisterte uns, denn in Tschechien waren die Preise deutlich niedriger als in Deutschland. Das beste war jedoch das günstige Bier vom Fass.


Am achten Tag erreichten wir Prag, dort übernachteten wir in einem Hostel. Nach der schönen Hauptstadt wurde der Weg ziemlich bergig, es war anstrengend und schweißtreibend, doch die Landschaft war eine gute Entschädigung. Wir nahmen uns einen Tag Pause vom Green Ways Fahrradweg ( so heißt der Weg von Prag nach Wien) und machten gemütlich mit unserem Campingkocher Pommes im Wald.


Nach Tschechien ging es nach Österreich, kurz hinter der Grenze wurden wir dann vom Regen überrascht, suchten Schutz unter dem Vordach einer kleinen Hütte und lernten Josef kennen. 

Dann, am nächsten Tag in Wien, schlugen wir unser Lager auf einem Campingplatz auf, die Autobahn war gut hörbar und der Rasen platt, gelb und erdig. Dies konnte uns jedoch den Aufenthalt in Wien nicht vermissen. Anschließend kann man zu Österreich sagen, es war schön aber teuer.

Einen Tag später hatten wir Österreich auch schon verlassen und fanden uns in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei wieder. Dort aßen wir zu Abend und machten uns noch am selben Tag auf nach Ungarn. Wir schliefen dicht hinter der Grenze, jedoch schon in Ungarn. Das erste was auffiel war, dass man die Schilder noch weniger verstand als in Tschechien. Auf dem Weg trafen wir zwei Radfahrer aus Berlin, er will bis nach Indien und sie mit bis ans Schwarzemeer, wir sind uns sicher, dass es noch einige Wiedersehen geben wird.

In Budapest angekommen war unsere Freude groß, da der Campingplatz diesmal deutlich schöner war. Man könnte sagen, dass wir in Budapest nicht sonderlich sparsam waren, doch dies machte den Aufenthalt und die Stadt nur noch schöner.

Der Weg hinter Budapest zog sich, da er oft sehr gerade und uneben war, dennoch erreichten wir am Abend des 09.09 die serbische Grenze. 

Von Serbien bekamen wir eher wenig mit, denn es war bereits dunkel und wir wollten von dort aus gleich weiter nach Kroatien. Als wir dann die zweite Grenze vor uns sahen war es bereits komplett dunkel. Die serbische Seite passierten wir mit Leichtigkeit, doch auf der Kroatischen, zurück in der EU, wurden wir sehr gründlich gefilzt.

Nun sind wir schon den zweiten Tag in Kroatien, heute gab es zu Mittag Chiwapchichi und zum Abendbrot haben wir, wie fast jeden Tag, groß und satt gekocht.

Morgen geht es dann schon wieder nach Serbien.
Ab jetzt versuchen wir jeden Freitag Abend einen Blogeintrag zu veröffentlichen.

Wir wünschen allen, die dies lesen einen guten Morgen, einen angenehmen Mittag oder einen schönen Abend.

Zweiter Eintrag

Wir sitzen warm und trocken in Österreich und draußen regnet es. Unsere herrliche Unterkunft, eine kleine, kuschelige Jagdhütte haben wir Josef zu verdanken, Josef mit dem Toyota.

Falls sich jemand fragt wer Josef ist, können wir nur sagen, der netteste Mensch der uns heute hätte begegnen können.

Plötzlich, während des verfassens dieses Eintrags, hält ein anderes Auto vor der Jagdhütte, ein Mann steigt aus, es ist wieder Josef. Unsere Freude ist kaum noch zu zügeln, als er mit Brot, Käse, Wurst und Wein wieder in die Hütte kommt.

Wir stoßen mit dem leckeren Weißwein an, alles ist Perfekt. Dann muss Josef leider schon los. Wir bleiben über Glücklich und mit einem breiten Grinsen zurück. Josef hat uns bisher den glücklichsten Tag der Reise beschert.

Eigentlich wollten wir heute einen Rückblick auf die bisherige Fahrt geben, doch die Ereignisse haben sich überschlagen.

Anschließend wollen wir noch sagen, dass es in nächster Zeit mehr Blogeinträge geben wird (hoffentlich), doch das wichtigste, wir wollen uns an dieser Stelle noch einmal ganz ganz herzlich bei Josef, dem Retter des heutigen Tages, bedanken. Danke Josef.


Und alles gute zum Geburtstag Eva, ja wir haben es nicht vergessen 😉

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